Befall dokumentieren und Belastung begrenzen
Fotografieren Sie den Bereich als Übersicht und im Detail, bevor gereinigt oder gestrichen wird. Notieren Sie Datum, Größe, Geruch, betroffenen Raum und ob der Befall nach einer Reinigung wiederkehrt. Vermeiden Sie unnötiges Aufwirbeln und verteilen Sie belastete Gegenstände nicht ungeschützt in andere Räume.
Bei Atemwegsbeschwerden, Allergien, geschwächtem Immunsystem oder Unsicherheit zur gesundheitlichen Belastung ist medizinischer beziehungsweise fachlicher Rat angezeigt. Größerer oder verdeckter Befall gehört nicht in eine einfache DIY-Bearbeitung.
- Übersichts- und Detailfoto mit Größenvergleich
- Position an Außenwand, Ecke, Fenster oder Möbelstück
- Raumtemperatur und relative Luftfeuchte über mehrere Tage
- Nutzung des Raums und typische Feuchtespitzen
- Wasserschäden, neue Fenster oder bauliche Veränderungen
Kondensat ist nur eine von mehreren Möglichkeiten
Kondensat entsteht, wenn feuchte Raumluft auf ausreichend kalte Oberflächen trifft. Hinweise können ein Befall in Außenecken, an Laibungen oder hinter dicht stehenden Möbeln sowie hohe Raumluftfeuchte sein. Wärmebrücken, ungleichmäßige Beheizung und unzureichender Luftaustausch können zusammenwirken.
Daneben kommen undichte Leitungen, Dach- oder Fassadenschäden, Restbaufeuchte und Feuchte aus dem Mauerwerk infrage. Lüften allein beseitigt keine bauliche Leckage. Umgekehrt sollte ein baulich intakter Raum ausreichend beheizt und nutzungsbedingte Feuchte regelmäßig nach außen abgeführt werden.
Reinigen, trocknen und vorbeugen müssen zusammenpassen
Die Ursache erhöhter Feuchte muss abgestellt und befallenes Material je nach Oberfläche, Ausmaß und Eindringtiefe fachgerecht gereinigt oder entfernt werden. Eine Beschichtung ersetzt weder die Ursachenbeseitigung noch notwendige Schutzmaßnahmen.
Ein physikalischer Schimmelschutz kann nach Herstellerangabe für geeignete Innenflächen und kondensationsgefährdete Bereiche infrage kommen. Vorher sind Untergrund, vorhandene Beschichtungen, Reinigung, Trocknung und Systemanleitung zu prüfen. Bei direktem Wassereintrag oder dauerhaft durchfeuchtetem Mauerwerk ist zunächst der Feuchteweg zu bearbeiten.
Weiterführende neutrale Information: Umweltbundesamt: Was tun bei Schimmel in meiner Wohnung?
Was Eigentümer häufig wissen möchten
Reicht häufigeres Lüften gegen Schimmel?
Regelmäßiges Lüften kann nutzungsbedingte Feuchte reduzieren. Es behebt aber keine undichte Leitung, keinen Fassadenschaden und keine andere bauliche Feuchtequelle. Raumklima und Gebäudezustand müssen gemeinsam betrachtet werden.
Darf ich kleinen Schimmel selbst entfernen?
Das Umweltbundesamt nennt dafür enge Voraussetzungen, unter anderem einen kleinen, nur oberflächlichen Befall, eine bekannte Ursache und keine besonderen gesundheitlichen Risiken. Schutzmaßnahmen und die aktuellen Hinweise des Umweltbundesamts sind zu beachten.
Kann ich den Bereich einfach mit Schimmelschutzfarbe streichen?
Nicht ohne Ursachen- und Untergrundprüfung. Eine geeignete Beschichtung kann Teil eines abgestimmten Vorgehens sein, darf aber Feuchtequelle, Reinigung und erforderliche Trocknung nicht ersetzen.
Wann ist eine Vor-Ort-Prüfung sinnvoll?
Bei wiederkehrendem oder größerem Befall, muffigem Geruch ohne sichtbare Stelle, unklarer Feuchtequelle, möglichem Wasserschaden oder gesundheitlichen Beschwerden sollte fachlich vor Ort geprüft werden.
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